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Als Gründungsdatum von Sankt-Petersburg gilt der 16. (27.) Mai 1703. An diesem Tag wurde auf Befehl Peters I. auf der Zajatschij-Insel im Delta des Flusses Neva die Festung Sankt-Pieterburch (Festung des Heiligen Peter) angelegt.

Der Bau der Stadt wurde an den Ufern der Neva begonnen, die historisch zum Alten Russland, zum Nowgoroder Gebiet gehörten. Anfang des 17. Jahrhunderts eroberten die Schweden die Ufer der Neva und legten in der Mündung des Flusses Ochta die Festung Nienschanz an. Im Laufe des Nordischen Krieges (1700-1721) ergriff Peter I. Besitz von dieser Festung.

Mit der Gründung von Sankt Petersburg wurde „ein Fenster nach Europa“ geöffnet, der jahrhundertelange Kampf Russlands um den Zugang zur Ostsee fand damit sein Ende.

Im Jahre 1710 wurde Sankt Petersburg zur Hauptstadt Russlands. 1712 zogen die kaiserliche Familie und der Zarenhof sowie die wichtigsten staatlichen Einrichtungen hierher.

Für den Bau der Stadt lud Peter I. ausländische Meister ein, darunter den berühmten deutschen Architekten Andreas Schlüter.

Während der Herrschaft Katharinas II. (1762-1796) begann für Sankt-Petersburg wie auch für ganz Russland eine stürmische Entwicklung. Genau in dieser Zeit wurde mit der Errichtung jener Bauwerke begonnen, die zu den bedeutendsten architektonischen Sehenswürdig­keiten der Stadt zählen: der Schlossplatz, das Kamennoostrowski- und das Jelagin-Palais und das berühmte Denkmal zu Ehren Peters I. – der Eherne Reiter. Zur selben Zeit nahm die Bebauung auf dem Gelände des Alexander-Newski-Klosters ihren Anfang.

Die Umgestaltungsarbeiten des zentralen Teils der Stadt und der Vororte wurden auch unter dem Zaren Paul I. (1796-1801) fortgesetzt. Jetzt entstand das Michaels-Schloss, ein geheimnisvolles Petersburger Gebäude, mit dem bis auf den heutigen Tag viele Legenden verbunden sind.

Der Sieg Russlands über die napoleonischen Truppen im Jahre 1812 spiegelte sich wider in einer neuen Welle städtebaulicher Arbeiten in der Stadt an der Neva. In diesen Jahren wurden geschaffen: das Ensemble des Michaels-Schlosses, das Ensemble des Alexandrinski-Theaters, die Gebäude der höchsten staatlichen Einrichtungen Russlands – Senat und Synod, das Gebäude des Generalstabs und der Ministerien auf dem Schlossplatz. Das Schlossplatzensemble wurde mit der Errichtung der granitenen Alexandersäule vollendet, auf dem Isaaksplatz hatte der Bau der Isaakskathedrale begonnen.

Am Ende des 19. Jahrhunderts ist Sankt-Petersburg in Russland das größte Industrie-, Finanz- und Börsenzentrum und weltweit einer der wichtigsten Plätze dieser Art.

Im Jahre 1914, nach dem Eintritt Russlands in den Ersten Weltkrieg (1914-1918), wurde die Stadt per Erlass Nikolajs II. in Petrograd umbenannt.


Sankt Petersburg (Petrograd) hat drei Revolutionen überstanden – 1905-1907, die Februarrevolution 1917, die Große Sozialistische Oktoberrevolution 1917.

Im Jahre 1924 wurde die Stadt erneut umbenannt – in Leningrad.

Der „Große Vaterländische Krieg“ (1941-1945) wurde eine harte Prüfung für Leningrad. Während der 900-tägigen Blockade 1941-1944 kamen in der Stadt ungefähr eine Million Menschen um. Obwohl stark zerstört, wurde die Stadt schon bis Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre vollständig wieder aufgebaut.

Am 6. September 1991 wurde Leningrad sein historischer Name zurückgegeben – Sankt Petersburg.

Auch weiterhin spielt Sankt Petersburg eine wichtige Rolle in Politik, Wirtschaft und Kultur Russlands. Besonders dank ihrer einzigartigen Lage ist diese Stadt nicht nur für Russland, sondern auch für die Europäische Union von großer Bedeutung.

Die Stadt hat den inoffiziellen Status der „Nördlichen Hauptstadt“ und man kann sie zu Recht als das Zentrum des russischen Nordwestens bezeichnen.

Sankt Petersburg ist ein herausragendes Schifffahrts-, Industrie- und Geschäfts­zentrum. Hier finden regelmäßig Treffen auf höchster politischer Ebene und internationale Konferenzen statt. Die Regierung der Stadt vertritt eine Politik, die auf die Festigung der internationalen Beziehungen Sankt Petersburgs und das Anwerben von Investitionen für seine Entwicklung ausgerichtet ist .

Sankt Petersburg ist die Kultur-Hauptstadt Russlands, die jedes Jahr von zahlreichen Touristen aus aller Welt besucht wird. Dies wiederum fördert den Tourismus in Russland insgesamt.

Auf Beschluss der UNESCO wurde die Stadt als Denkmal des Weltkulturerbes anerkannt.