Startseite  Kontakt  Sitemap
Russisch   Deutsch


Die Partnerstädte Hamburg und St. Petersburg sind durch jahrhundertlange Traditionen der handelswirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit gebunden. Die Partnerschaft fing bereits im 18. Jahrhundert mit der Gründung der neuen russischen Hauptstadt St. Petersburg an.

Im September 1955, während eines offiziellen Moskau-Besuches des BRD-Kanzlers Konrad Adenauer, wurde eine Herstellung diplomatischer Verhältnisse zwischen unseren Ländern ausgerufen. Zur gleichen Zeit trat Leningrad mit der Initiative hervor, eine freundschaftliche Verbindung zu Hamburg aufzubauen.

Am 22. Dezember 1956 schickte der Leningrader Stadtrat einen Brief mit dem Vorschlag nach Hamburg, freundschaftliche Partnerverhältnisse zwischen den beiden Städten herzustellen. Der Brief wurde vom damaligen Vorsitzenden des Leningrader Stadtrates, Nikolai Ivanovitsch Smirnov, unterschrieben. Der Botschafter der UdSSR in der BRD, Andrej Andrejewitsch Smirnov, überreichte diesen Brief im März 1957 dem Bürgermeister von Hamburg, Kurt Sieveking, der gleichzeitig der Vorsitzende des Bundesrats war.

Der Hamburger Bürgermeister war mit dem Vorschlag einverstanden und beschloss, eine Delegation des Senats nach Leningrad zu schicken. „Hafenstädte haben einen gemeinsamen Beruf: Verbindungen zwischen den Völkern zu befestigen“, verkündete er.

Der erste Delegationsaustausch zwischen den beiden Städten fand gegen Ende Juni des Jahres 1957 statt. Eine Delegation des Hamburger Senats besuchte die Stadt auf 49 Inseln - Leningrad. Während dieses Besuches wurde der Vertrag über die Freundschaft zwischen den zwei Städten geschlossen. Dieser Vertrag tauchte mitten im Kalten Krieg auf und wurde mit Hilfe eines einfachen freundlichen Handschlags wahr, ohne jegliche Dokumente, Unterschriften und Stempel. Vom 7. bis zum 11. Oktober 1957 stattete die Sowjetische Delegation der Hafenstadt Hamburg einen Besuch ab. Während dieses Treffens wurden die Möglichkeiten eines Erfahrungsaustausches zwischen Gewerkschaften, Studenten, Künstlern und Wissenschaftlern diskutiert.

1960 fuhr eine Jugendgruppe aus dem Christlichen Jugendverein (CVJM) nach Leningrad. Zwei Jahre später besuchte eine Gruppe der Jugendlichen aus Leningrad die Hansestadt Hamburg. Somit war der Grundstein für den gegenseitigen Austausch gelegt.

Es war eine allmähliche Steigerung im Bereich der wirtschaftlichen Verhältnisse zu verzeichnen. Im Jahre 1963 besuchte Ernst Plate, Chef des Hafens und der Lagerräume von Hamburg, neben anderen Ostseehäfen auch Leningrad.

1975 besuchte der Bürgermeisters Hans-Ulrich Lohse die Stadt am finnischen Meerbusen, und nach Hamburg ist wiederum eine Delegation aus Leningrad gekommen. Es wurde ein konkretes Programm mit insgesamt zehn Punkten für die Entwicklung der Zusammenarbeit festgelegt. Dabei ging es um Kooperationen in den Bereichen der Bildung, der Gewerkschaften, der Kunst, der Brandsicherheit und des Bauwesens. Besonders viel Wert wurde auf eine Zusammenarbeit in der Tourismus-Branche und auf Jugendaustausch gelegt.

Mit dem Jahr 1979 wurde mit der Durchführung der traditionellen „Leningrader Tage“ und „Hamburger Tage“ in beiden Partnerstädten begonnen, welche ein breit angelegtes Kulturprogramm mit umfassten. Nicht zuletzt wurden wirtschaftliche Kontakte geknüpft. Etwa 30 Unternehmen der Leningrader Industrie lieferten Waren nach Deutschland. Unter ihnen waren zum Beispiel solche wie das „Izhora-Werk“, „Der rote Wyborger“, das Werk für kunstvolles Glasgießen, die berühmte Lomonossov- Porzellanfabrik, die Peterhofer Uhrmacherei und andere.

Im April 1988 fand in Leningrad ein Wirtschaftssymposium mit Hamburger und Leningrader Unternehmen und Organisationen statt. Es ging dabei um Fragen der weiteren Entwicklung direkter unternehmerischer Verbindungen zwischen den zwei Städten. Des Weiteren wurden Möglichkeiten der Schaffung Gemeinschaftsunternehmen erörtert.

In den Zeiten der schweren Situation in Russland am Anfang der 90er Jahre, die mit radikalen Veränderungen des politischen und öffentlichen Lebens verbunden war, unterstützten Hamburg und seine Einwohner die St. Petersburger Bevölkerung. Während der mehr als zwölfjährigen Periode kamen hunderttausende Sendungen mit humanitärer Hilfe von Hamburg nach St. Petersburg. Es wurden eine Reihe von Verbänden und Vereinen gegründet, die seitdem die Beziehungen zu den russischen Partnern weiterführen. Ein gutes Beispiel für solche Beziehungen ist die Hamburger deutsch-russische Gesellschaft. Sie pflegt auch jetzt noch intensive Kontakte zwischen den beiden Städten und führt eine aktive Zusammenarbeit mit dem im Jahre 1994 in St. Petersburg geschaffenen Hamburger Klub.

Im Jahre 1991 wurde die Vereinbarung über die Rückgabe von Archiven in die BRD unterzeichnet, die während des II. Weltkrieges in die Sowjetunion gelangt waren. In diesen Archiven befanden sich unter anderem unbezahlbare mittelalterliche Manuskripte, die in die Staatsbibliothek von Hamburg zurückkehrten.

Es wurden diverse Veranstaltungen organisiert, wie beispielsweise Seminare für die Wissenschaftler aus den beiden Städten, eine Kunstausstellung deutscher Meister aus dem 19. und 20. Jahrhundert aus der Hamburger Kunsthalle in der Eremitage, ein Besuch einer Gewerkschaftsdelegation, Treffen der Veteranen des II. Weltkrieges und Mitglieder diverser Freundschaftsgemeinschaften.

Im Frühjahr 1992 wurde in St. Petersburg eine Vertretung der Hamburger Handelskammer eröffnet. Die rechtlichen Dokumente zu dieser Angelegenheit wurden von dem damaligen 1. Vertreter des Regierungsvorsitzenden von St. Petersburg Wladimir Putin (heute Präsident Russlands) unterzeichnet. Wichtige Rolle in der Partnerschaft spielte die Gestaltung diverser Praktika für St. Petersburger Fachleute in den Hamburger Firmen.

Im Juli 1993 wurde in St. Petersburg durch Mitwirkung des Umweltschutzamtes von Hamburg und mit finanzieller Hilfe der EU das ECAT-Umweltzentrum gegründet. Die primäre Aufgabe des Zentrums ist die Normalisierung der Umweltumstände im Ostsee-Raum.

Im Mai 1997 fanden in Hamburg festliche Veranstaltungen statt, die dem 40. Jahrestag der freundschaftlichen Verhältnisse zwischen den zwei Städten gewidmet waren. In Hamburg wurde in diesen Tagen die St. Petersburger Straße eröffnet. Der gegenseitliche Besuch der Hamburger Delegation nach St. Petersburg anlässlich dieses Jubiläums fand im Oktober 1997 statt. In St. Petersburg wurde der Hamburger Platz eingeweiht.

Im Dezember des Jahres 2001 besuchten die Vertreter der Hamburger Handelskreise St. Petersburg. Außerdem sind in St. Petersburg die Vertretungen des Hamburger Hafens und der Hamburg Messe tätig.

Im Mai 2003 besuchte eine Delegation des Hamburger Senats, geführt vom Bürgermeister Ole von Beust, St. Petersburg. Anlässlich des 300. Geburtstages der Stadt überreichte er an die Petersburger Philharmonie ein spezielles Modell des Konzertflügels „Steinway“, auf dessen lackiertes Gehäuse vergoldete Stadtwappen von Petersburg und Hamburg angebracht wurden. Es fanden Auftritte deutscher Schriftsteller statt, sowie ein Bierfest, welches unter der Teilnahme der Holsten-Brauerei organisiert war. Im Juli fanden auch Gastspiele der Hamburger Balletttruppe statt.

Für die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Norddeutschland und der nordwestlichen Region Russlands wurde im Oktober 2005 in St. Petersburg das Hansa-Büro eröffnet - eine Vertretung des Hamburger Senats und des Landes Schleswig-Holstein.

Nach Entscheidung der St. Petersburger Stadtverwaltung öffnete im Januar 2006 das Informations-Businesszentrum „Das Sankt- Petersburger Außenwirtschaftsbüro“ seine Türen in Hamburg. Zu den wichtigsten Zielen des Büros zählen die Festigung internationaler und außenwirtschaftlicher Beziehungen, wie die Mitwirkung bei Kontakten mit Regierungsorganen, öffentlichen Organisationen und den Handelskreisen Deutschlands; Erweiterung der vorhandenen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Kollaboration; Unterstützung existierender und die Entwicklung neuer gemeinsamer russisch-deutscher Projekte.

In der heutigen Zeit erfolgen gemeinsame Projekte zwischen den Partnerstädten in allen Branchen: Handel und Wirtschaft, Gesundheitswesen, Sozialpolitik und humanitäre Zusammenarbeit sowie Kultur und Tourismus.